Auto kaufen in Kanada: So geht‘s

Du willst Kanada nicht nur mit Bus und Zug erkunden, sondern auf eigene Faust und so flexibel wie möglich? Dann solltest du darüber nachdenken dir ein Auto zu kaufen. Damit kannst du überall hinfahren wo du hinmöchtest, wenn es ein Campervan ist kannst du darin sogar noch schlafen und wenn du das Auto weiterverkaufst, erhältst du deine ausgegebene Summe im Optimalfall zurück.

 

Du hast dich für Work and Travel in Kanada entschieden? Eine gute Wahl. Nun gibt es viel zu planen und zu überlegen, damit deine Zeit dort auch garantiert unvergesslich wird. Über eines solltest du dir allerdings im Klaren sein: Kanada ist riesig!

Um von Toronto nach Vancouver zu kommen, bist du mindestens vier Tage unterwegs. Mach dir diese Distanzen bewusst, wenn du deine Reise planst und stell dich darauf ein, nicht alles sehen zu können, was du sehen willst, da die Fahrten von A nach B sehr viel Zeit in Anspruch nehmen.

Wie viel Zeit willst du in Kanada verbringen?

Zunächst einmal musst du dir eh darüber klar werden, wie viel Zeit du eigentlich in Kanada verbringen willst. Mit dem Work and Travel-Visum kannst du bis zu zwölf Monate in Kanada bleiben. So eine lange Zeit ist allerdings nicht für jeden etwas, manchen reichen auch vier, sechs oder neun Monate.

Falls du sechs Monate eingeplant hast und dann vor Ort merkst, dass es dir so gut gefällt, dass du weiterreisen willst, sei unbesorgt, denn du musst nur deinen Flug umbuchen. Das Visum gilt automatisch zwölf Monate lang. Du kannst sogar zwischen durch woanders hin reisen, zum Beispiel in die USA, und dann wieder zurück nach Kanada kommen.

Die Nachteile der öffentlichen Verkehrsmittel

Wofür auch immer du dich entscheidest – neben den Jobs, die du in Kanada ausüben willst, solltest du dir auch ein paar Gedanken zum Reisen durch Kanada machen. Neben den Orten, die du besuchen willst, solltest du auch darüber nachdenken, wie du dort hinkommen willst. Viele Backpacker reisen nur mit öffentlichen Verkehrsmitteln, da es eine günstige und einfache Variante ist. Man muss sich um nichts kümmern, nur einsteigen und der Bus, der Zug oder das Flugzeug bringen einen an den gewünschten Ort.

Der Nachteil dieser Art des Reisens ist, das man unflexibel ist. Man kann nur schwer Pfade abseits der Bus- und Zugrouten erkunden, gerade in die abgelegenen Regionen Kanadas kommt man mit öffentlichen Verkehrsmitteln eher schwer und wenn man dann eine größere Ortschaft erreicht hat, geht es von dort nicht wirklich weiter. Gerade die Nationalparks laden dazu ein, mit dem Auto erkundet zu werden, um auch wirklich keinen See und keinen Berg zu verpassen. Im Osten Kanadas sind es Nova Scotia und New Brunswick, die so wenig Infrastruktur bieten, dass eine genauere Erkundung dieser Regionen ohne Auto nur schwer möglich ist.

Wenn du länger unterwegs sein solltest, lohnt ein Autokauf

Genau aus diesem Grund entscheiden sich viele Work and Traveller dafür, sich ein Auto oder einen Campervan zu mieten oder zu kaufen. Auf diese Weise sind sie flexibler, können auch die Ecken entdecken, die nicht vom Busnetz abgedeckt werden und können mit einem Campervan sogar noch sparen, da sie kein Geld mehr für Übernachtungen bezahlen müssen.

Bei kürzeren Touren reicht es, ein Auto nur zu mieten. Für eine Rundreise von zwei bis vier Wochen lohnt es sich nicht, ein Auto zu kaufen, sich um die Versicherung zu kümmern und nach Ende der Reise wieder den Verkauf abzuwickeln. Falls du aber länger als nur ein paar Wochen unterwegs sein willst, ist der Kauf eines Autos die optimale Variante, um sich günstig und flexibel durch Kanada zu bewegen.

Dadurch, dass du das Auto nach der Reise wieder verkaufen kannst, kostet dich der fahrbare Untersatz nur die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufspreis und die liegt im Optimalfall bei 0.

Wichtig, um wirklich günstig aus der Sache herauszukommen ist natürlich, dass du keinen Unfall baust und das Auto in einem guten Zustand wieder verkauft werden kann.

In Kanada ein Auto zu kaufen ist kein Problem

Ein Auto findest du über Anzeigen im Internet, bei Händlern oder über heiße Tipps von anderen Backpackern. Schon ab C$ 200 bis C$ 500 kannst du ein Auto in Kanada finden, je neuer und besser der Zustand, desto teurer wird es.

Grundsätzlich ist der Autokauf in Kanada unproblematisch. Eigentlich empfiehlt es sich, ein Auto dann zu kaufen, wenn man mindestens zu zweit ist. Einerseits kann man sich dann die Kosten teilen, andererseits macht es mehr Spaß, zu zweit durch die Landschaft zu fahren. Falls es sich jedoch nicht ergibt oder du es ganz bewusst nicht möchtest, kannst du dir natürlich auch alleine ein Auto kaufen.

Informier dich im Vorfeld über die Versicherungsmöglichkeiten für dein Auto

Wenn du einen Wagen gefunden und dich für ihn entschieden hast, ist der eigentliche Kauf ganz einfach. Du und der Verkäufer füllt beide ein Transferprotokoll aus, in dem alle wichtigen Daten eingetragen werden. Automodell, Käufer, Verkäufer, Kaufpreis, Wohnort sind die Angaben, die du und der Verkäufer machen müsst und im Anschluss muss noch ein anderes Formular ausgefüllt werden, aus dem der Verkauf und das Abtreten des Autos durch den Verkäufer an dich hervorgeht.

Nun musst du nur noch bezahlen und schon gehört das Auto dir. Mit dem Abtretungsformular musst du dann zu einer örtlichen Versicherungsgesellschaft gehen (in British Columbia zum Beispiel die ICBC) und eine Versicherung abschließen. Bei der Versicherungsgesellschaft zahlst du dann auch die Steuern für den Kauf.

Manche Versicherungsgesellschaften verlangen eine kanadische Wohnadresse. Klär das im Vorfeld ab und schau dann, ob du vielleicht Leute in Kanada kennst, über deren Adresse du dich anmelden kannst. Alternativ kannst du bei manchen Versicherungsgesellschaften auch deine deutsche Adresse angeben. Wie teuer die Versicherung ist, hängt von deinem Alter, dem Auto, der Motorleistung des Autos, dem Alter des Autos und vielen weiteren Faktoren ab.

Lass dir von deiner deutschen Versicherung einen Nachweis über unfallfreies Fahren ausstellen

Die Regeln sind von Provinz zu Provinz und von Versicherung zu Versicherung verschieden, weshalb du dich im Vorfeld gründlich informieren solltest, wenn du vorhast in Kanada ein Auto zu kaufen.

Kleiner Tipp:

Wenn du in Deutschland ein eigenes Auto hast und immer unfallfrei gefahren bist, kannst du dir von deiner Versicherungsgesellschaft einen Bescheid darüber auf Englisch ausstellen lassen. Mit diesem Nachweis erhältst du die Versicherung in Kanada deutlich günstiger, da du belegen kannst, ein guter Fahrer zu sein.
Wenn du das Auto länger als drei Monate fahren willst, musst du zudem noch zur kanadischen Führerscheinstelle gehen und deinen deutschen in einen kanadischen Führerschein eintauschen. Das kostet zwar ein paar Dollar, aber nur so darfst du länger als drei Monate in Kanada fahren.

Geld zurück bei vorzeitiger Rückgabe der Nummernschilder

Die Versicherung händigt dir die Nummernschilder aus, die zeitlich auf den von dir gewählten Zeitraum begrenzt sind und die du dann selber am Auto montieren darfst. Die Versicherung zahlst du im Vorfeld und erhältst dein Geld anteilig zurück, falls du die Versicherung vorzeitig wieder abmeldest.

Wenn du dein Auto verkaufst, solltest du unbedingt die Nummernschilder wieder zurückbringen und die Versicherung wieder abmelden. Auf diese Weise kommst du sauber aus dem Autokauf wieder heraus, kriegst eventuell sogar noch Geld zurück und kannst mit einem guten Gefühl wieder zurück nach Deutschland fliegen.

Wäge ab, was für dich am meisten Sinn macht

Grundsätzlich ist es eine gute Idee in Kanada ein Auto zu kaufen. Gerade mit einem Campervan kannst du viel Spaß haben und eine Menge Geld sparen, da du dein Bett ja quasi direkt dabei hast.

Mach dir klar, was du dir wünschst. Wenn dir der Autokauf zu aufwendig oder zu riskant ist, weil du Angst hast den Wagen nicht wieder verkauft zu bekommen, gibt es auch andere Möglichkeiten. So kannst du zum Beispiel die langen Wege zwischen den einzelnen Regionen mit dem Bus oder dem Flugzeug zurücklegen und dann immer wieder für Teilstrecken ein Auto mieten. Das wird langfristig wahrscheinlich teurer sein, ist aber etwas unkomplizierter und lohnt sich durchzurechnen. Alles hängt davon ab, wo und wie lange du reisen willst, weshalb du dir darüber im Klaren sein solltest, wenn es an die konkrete Reiseplanung geht.

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